Kehrsatz, Sanierung und Umbau Bauernhaus Nessleren

Bauherrschaft:

Fam. Bürki und Wüthrich

Planung und Realisierung:

1997 – 1999

Baukosten:

CHF 1’306’100.– (Kostenvoranschlag)
CHF 1’293’000.– (Abrechnung)

Umnutzung und Umbau

1997 wurde dieses Bauernhaus von meinem langjährigen Schulfreund und seiner Frau gekauft,
um für sich im Wohnteil den Traum vom Eigenheim zu realisieren. Den Ökonomieteil (Stall) kaufte ein weiteres befreundetes Ehepaar.

Mir stellte sich die anspruchsvolle Aufgabe, zwei grosszügige, zum Gebäude passende Wohnungen mit einem sehr engen Budgetrahmen und unter Anforderungen der kantonalen Denkmalpflege, zu realisieren.

Wohnteil (Fam. Bürki)

Die Gebäudesubstanz des Wohnteils war in einem guten Zustand. Wie jedoch bei älten Bauernhäusern übilch, waren die Raumhöhen gering. Aus diesem Grund wurde im Erdgeschoss
die Kellerdecke (damals eine Balkenlage mit Schiebboden) ausgebrochen. Im nicht unterkellerten
Teil (Küche, Gang, Zimmer und Pferdestall) wurde der Stampfbeton-Boden im Handaushub abgetragen. Somit konnte ein neuer Betonboden auf einer einheitlchen Höhe, ca. 30 cm tiefer
als bisher, erstellt werden.

Die Decke über dem Erdgeschoss (damals auch eine Balkenlage mit Schiebboden) wurde
ebenfalls abgebrochen und durch eine Massivholzdecke ersetzt. Diese Boden- und Decken-
ausbrüche ermöglichten eine neue Höhenaufteilung der Geschosse und somit heutigem Standard etsprechende Raumhöhen.

Raumaufteilung und Innenausbau wurden in enger Zusammenarbeit zwischen mir und der Bauherrschaft geplant und ausgeführt.

Ökonomieteil / Stall (Fam. Wüthrich)

Die Bausubstanz im Ökonomieteil befand sich in einem desolaten Zustand. Das Holz und teilweise auch das Mauerwerk wurden von den Salmiakdämpfen stark angegriffen und waren faul und morsch. Diesen Teil des Gebäudes höhlte ich ganz aus, so dass nur noch die Fassadenwände und das gewaltige Dach übrig blieben.

Die gebliebene Gebäudehülle wurde statisch gesichert und stand unabhängig da. In dem so entstandenen Grossraum konnte nun viel freier geplant werden als im Wohnteil.

Als erstes stellte ich eine zweite, von der Aussenhülle unabhängige Tragkonstruktion für den neuen Wohnungseinbau auf: Holzstützen und Zangenträger aus Metallprofilen. Die Decken über dem Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss wurden aus Massivholz erstellt und liegen auf den Zangenträgern auf.

Auch in diesem Gebäudeteil wurden Raumaufteilung und Innenausbau in enger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft geplant und ausgeführt. So konnte auch ein der Familie Wüthrich gehörender Blumenladen passend integriert werden.